Wir ziehen zur Mutter der Gnaden…

…unter diesem Motto machten wir (25 Pilger/innen)  uns am 1. August von Großhöflein aus auf den Weg nach Mariazell. Begleitet wurden wir von einer Pferdekutsche und zwei Autos. Kurz vor 5 Uhr starteten wir in der Antonikapelle mit dem Morgenlob. 49,3 km mussten wir am ersten Tag bewältigen bevor wir in Zweiersdorf – unserer ersten Unterkunft - eintrafen. Nach dem Abendlob gönnten sich die einen die wohl verdiente Nachtruhe und die anderen wiederum ließen ihren Gesangesfreuden bis Mitternacht freien Lauf. Am zweiten Tag hatten wir ein Deja-vu in Schwarzau im Gebirge. Als wir bei der „Bacherlwirtin“ ankamen begann es - wie im letzten Jahr - heftig zu regnen. Wir harrten mit den Pilgern der Pfarre Oberberg und unserem Generalvikar Martin Korpitsch gemeinsam aus. Zum Glück konnten wir diesmal nach dem Regen weitergehen und trafen später als geplant in unserer zweiten Unterkunft im Hinternaßwald ein.

Am dritten Tag gings gleich hoch hinaus, nämlich aufs Gscheid (höchster Punkt 1134m). Oben angelangt beteten wir das Morgenlob. Kilometer hatten wir an diesem Tag weniger zurück zu legen, deshalb kamen wir Richtung Urwald, entlang der stillen Mürz bereits am Nachmittag in Frein an. Leider mussten uns vier Pilger an diesem Tag nach dem Abendlob verlassen. Der Abschied fiel uns allen schwer. Martin, ein Pilger aus Lockenhaus stieß an diesem Nachmittag zu uns. Er war bereits drei Tage alleine unterwegs und froh, dass er sich austauschen konnte. Es wurde geplaudert und „gefachsimpelt“ bis zum Abendessen. Am vierten Tag starteten wir um 8 Uhr in Frein und marschierten Richtung Schönebenalm, auf der wir ein sehr stimmungsvolles Morgenlob hatten. Beim Gesang allerdings vermissten wir unsere Pilgerfreunde, die uns bereits verlassen hatten noch mehr als sonst. Über Mooshuben mit dem Stopp beim Forellenwirt gelangten wir über den Kreuzberg nach Mariazell. Müde, aber sehr glücklich trafen wir in der Sakramentskapelle ein und dankten in einer Andacht für den guten Weg und die tolle Gemeinschaft. Nach dem Abendessen in unserem Hotel Goldenes Kreuz waren wir noch bei der Lichterprozession und dem Eucharistischem Segen.

Am Sonntag feierten wir mit unseren Buspilger/innen gemeinsam die Heilige Messe.

Es hat sich wieder gezeigt, dass Familie nicht unbedingt mit Verwandtschaftsverhältnissen zu tun haben muss. Ihr meine liebe Pilgerfamilie habt es wieder bewiesen, dass sich jeder der 123 km gelohnt hat zu gehen. Die vier Tage waren geprägt von aufrichtiger Freundschaft, einem aufeinander Rücksicht nehmen, sowie dem Ausloten seiner eigenen und die Grenzen der anderen. Wir haben gemeinsam viel gelacht und manchmal auch geweint. Und es war gut so. Vielen Dank für Euer Mitgehen!

Ein aufrichtiger Dank gilt auch Thomas und Gerhard, unseren zwei Begleitfahrern. Wir wissen, was wir an euch haben! Erwin war heuer aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei.

Ein herzliches Vergelts Gott auch der Familie Krizan, die uns sehr großzügig wie im letzten Jahr auch heuer wieder einen Bus gratis zur Verfügung gestellt hat.

 

 

Christian Zöchmeister